Die Flutkatastrophe im Englischunterricht
– Lehrmaterialien von Oxfam

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Herr Arumkam (links), 50, Fischer aus dem Dorf Seru-thur.
Seine Frau und vier Kinder sind tot, ein erwachse-ner
Sohn hat überlebt. "Ich brachte nach dem Fischen
meine Netze in Ordnung. Das Meer war ruhig, nicht anders
als an anderen Tagen auch. Ich hörte ein Geräusch,
ich dachte es sei ein Helikopter und schaute nach oben.
Nichts war da. Als ich wieder auf-schaute, türmte
sich schon die Welle auf, sie wurde immer höher
und höher, dreimal so hoch wie ein Strommast. Ich
rannte nach oben. Eine Nachbarin gab mir im Laufen ihr
fünf Monate altes Baby, ich lief mit dem Kind weiter.
Das Wasser kam hinter uns her, die Welle schob die Häuser
mit sich. Das Wasser war da. Ich schwamm mit dem Baby
im Arm. Ich habe mich an den Beinen und der Schulter
verletzt. Aber wir konnten uns retten. Ich kroch mit
dem Kind zur Straße hoch..."
In Seruthur sind 138 Menschen umgekommen, darunter
82 Kinder. |
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Frau Valarmathi, 31, mit ihren Kindern Sibiraj, 12,
der in die 6. Klasse geht, und Yugesh-raj, 4 Jahre alt.
"Mein Mann Selvaraj ist tot. Seine Leiche wurde am Strand
gefunden, unser Nachbar hat ihn identifi-ziert. Sie
haben ihn in einem Massengrab beerdigt. Ich konnte ihn
nicht noch einmal sehen oder mich verabschie-den. Als
die Welle kam, war ich mit den Kindern und meiner Mutter
unterwegs zur Hauptstraße. Das hat uns gerettet,
wir waren einfach weiter weg vom Strand. Wir haben sehr
große Angst vor der Zukunft."
In ihrem Dorf Keechapakkam sind 2.950 Menschen umge-kommen,
davon 1.550 Kinder. |
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| Bilder
aus Südasien |
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Herr Kandarany, 34, mit seiner Tochter Bharathi,
6 Jahre alt. Die Mutter ist umgekommen. "Meine Tochter
war im Haus und spielte mit zwei anderen Kindern. Das
Wasser kam ins Haus. Die Kinder liefen aus dem Haus.
Ein Nachbar nahm meine Tochter und ein weiteres Kind
und trug sie beide. Sie konnten sich retten; das dritte
Kind ist gestorben." |
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Hintergrund: Aceh |
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| Vier Millionen Menschen leben in der Provinz Aceh im
Nordwesten der indonesischen Insel Sumatra. Seit 30 Jahren
herrscht Bürgerkrieg zwischen der indonesischen Regierung
und der Guerillagruppe GAM (Bewegung für ein freies
Aceh), die für die Unabhäng-igkeit von Indonesien
kämpft. Die Kriegsparteien haben tausende Menschen
ermordet, tausende sind "verschwunden" und gefoltert worden.
Etwa 107.000 Menschen sind vor der Brutalität der
Militärs und der GAM aus ihren Dörfern geflohen
und fristen ihr Dasein in Lagern und Verstecken. Es gibt
kaum eine soziale Infrastruktur, allein im Jahr 2003 wurden
600 Schulen zerstört. Die Hälfte der Haushalte
in Aceh wird von Witwen geführt. mehr
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| Seit Mai 2004 herrscht in Aceh der "zivile
Notstand", der das ein Jahr zuvor verhängte Kriegsrecht
abgelöst hat. mehr
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Wer tut was |
| WUS, der World University-Service hat eine
Liste der Organisationen zusammen getragen, die sich für
die Flutopfer engagieren. mehr |
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